In deiner Haut möchte ich nicht stecken…

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“Ich fühle mich einfach nicht mehr wohl in meiner Haut.” Mit dieser Aussage begann es. Na wohl eher mit dem Schutzmantel. Es gab wohl kaum jemanden, der keinen besaß. Es war eine wirklich praktische Erfindung, aber es ist schon etwas komplett anderes, ob man einen Gegenstand direkt berührt oder durch diese dünne, transparente und gummiartige Schichte.

Hätten wir uns nicht an diesen Schutz gewöhnt, wir hätten wohl niemals die Hautanzüge erfunden, oder doch? Endlich konnte ich aus meiner Haut und da gab es dieses Sonderangebot, welches so perfekt passte. Zwar wusste ich, dass die neue Haut durch die Bewegung hie und da noch etwas ausleiern würde, aber so heftig hätte es nicht passieren dürfen. Immer wenn ich einen Touchscreen berühren wollte, verschob ich meinen Finger innerhalb der Haut. Es bildeten sich Falten und eine Bedienung war unmöglich. Auch beim Kauen biss ich mir ständig in die hin- und herflatternde Wange. Und so sehr mir die Farbe der Haut auch gefiel, sie musste zurück.

Der Verkäufer entschuldigte sich mehrmals. Es sei wohl eine amerikanische Größe gewesen, die er gegriffen hatte. Ich nickte nur und spürte, wie meine Haare dabei vor und zurück rutschten. Wir gingen durch den Laden, um nach anderen Häuten zu schauen. Nervig war dabei bloß, dass ich für die Versionen, die weiter oben hingen, den Kopf in den Nacken legen musste, da die Augenlider tief hingen. Ich entschied mich für einen Naturton. Etwas dunkler als mein natürlicher Hautton, aber es war ja auch Sommer. Sollte die Haut dann doch Falten werfen oder ledrig werden, könnte ich ja eine neue kaufen. Zur Not auf Kredit aus der hohlen Hand heraus.

Last days

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„Du Ben, ich würde gern durch die Alpen wandern“, sagte meine Mitbewohnerin Nara zu mir und meinte so viel mehr damit. Sie fragte mich nach Geld für den Ausflug, nicht um eine Leihgabe, das war mir klar. „Willst du allein gehen oder mit einer guten Freundin?“, war meine Antwort, in der ein Ja zum Geld beinhaltet war. Sie blickte gen Boden, vermutlich wusste sie das selbst noch nicht genau. Da war noch mehr in dieser Frage von ihr und ich tat mich schwer damit, anstelle ihrer nachzufragen: „Willst du…“, es brauchte einen Moment, bevor ich erneut ansetzte: „Ich weiß nicht, ob ich fragen sollte. Wirst du dort bleiben? Ich meine, willst du…“ Ihr Blick wanderte höher und für einen kurzen Moment sahen wir uns in die Augen, die sich daraufhin mit Tränen füllten. Ich hätte mir auch einen anderen Ort für meine letzten Tage gesucht, wenn ich das Datum kennen würde. Sie wusste es nicht genau, aber sie hatte bereits erklärt, nicht bis zum letzten Moment warten zu wollen. Ich stand auf und legte meine Arme um sie. Ein Kuss auf ihren Kopf war ein Abschied und ein deutliches Ja. Mehr gab es nicht zu sagen.

Kleiner Buddha

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Da war sie also. Sie schien unstet und bestätigte es in ihren Aussagen. Welch ein Gegensatz zu dem, weshalb ich hier war. Ein kleines und gemütliches Café. Die Sonne schien direkt auf die Tische davor und wärmte uns auf, in diesen kälter werdenden Tagen, an diesem kühlen Herbsttag. Eine heiße Schokolade stand neben mir. Meine Begleitung hatte sich einen Milchkaffee gewünscht und ich hatte auch diesen geordert. Wir hätten wohl ganz gemütlich dort gesessen und den Nachmittag genossen, aber da war ja noch sie. Jene Frau, die ich als unstet empfand. Und sie sprach, als wollte sie keine Sekunde verschenken, weil sie so viel mit uns teilen wollte.

Ihr Blick in meine Augen ging tief und ich hatte Angst, was sie da wohl lesen könnte. Konnte sie hinter die Fassade schauen, die die meisten von uns tragen, weil es einfacher so ist? Was sie erzählte, war zu viel für den Menschen, der seiner Ratio folgte. Nein, sie musste doch verrückt sein. Erleuchtet wollte sie gewesen sein. Ich spürte, wie meine Begleitung das Gespräch verlassen hatte und ich war überfordert mit all dem, was da auf mich einprasselte. Innerlich schüttelte ich den Kopf und gar nicht so viel später machten wir uns auf. Die Sonne konnte nicht gegen den kalten Wind ankommen und ihre Worte schienen ungehört zu verhallen.

Einige Zeit später fand ich mich allein im Bett mit Gedanken an jenes Treffen wieder. Ich war unruhig, denn ich musste feststellen, dass ich mit meiner Handlung absolut nicht einverstanden war. Hier öffnete sich ein kleines Wesen. Sie wirkte stark und doch so zerbrechlich, aber ich ließ sie nicht an mich heran. Dabei gibt es da jene Frage in mir, die nach mehr als dem verlangt, was ich wahrnehmen und erleben kann. Buddha saß einst unter einem Bodhibaum und fand seine Erleuchtung. Die Welt floss ineinander über. Und hier war ein Mensch, der mir erzählte, selbiges erlebt zu haben, doch ich konnte oder wollte es nicht glauben.

Es bleibt die Frage, warum ich es nicht glauben wollte. Was hätte ich verloren, wenn ich sie länger angehört hätte und mit ihr die Fragen besprochen hätte, die mich schon so lang beschäftigen? Warum verschließen wir uns immer vor den Dingen und den Menschen, die wir nicht mit all unserer Wissenschaft in Einklang bringen können? Da sehe ich Micheangelos “Erschaffung des Adam” vor mir, der in seiner Bequemlichkeit seinen Finger nicht zu den himmlischen Figuren ausstreckt. So wollte ich doch niemals sein und hab nun doch die ausgestreckte Hand weggeschlagen, als würde ich irgendetwas besser wissen.

Kakao

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Ich mag das Klirren des Metalllöffels, der beim Rühren gegen das Glas schlägt. Wie lang Kakao doch manchmal braucht, bis er sich ganz in der Milch aufgelöst hat. Aber dann braucht man nicht lange zu warten und schon sieht man die kleinen Schokopartikel, wie sie in der Milch zu schweben scheinen. Dann rührt man das kleine Universum wieder kräftig durch, damit es das wohl schönste Braun der Welt ergibt.

Nein, das stimmt gar nicht. Es gibt ein viel schöneres Braun. Es ist jener braune Hautton, den ich so liebe. Nicht ganz dunkel und auch nicht so bleich, wie ich es bin. Die Mixtur ist es. Milch ist schon lecker und Kakaopulver hab ich auch schon gelöffelt, aber gemischt ist es ein Meisterwerk. So ist es auch bei den Menschen. Als Jugendlicher war ich traurig darüber, dass ich so bleich bin, denn viel lieber hätte auch ich einen dunkleren Hauttyp gehabt. Zum Glück begegneten mir in meinem Leben so einige dieser schönen Wesen, deren Eltern aus den verschiedensten Teilen der Welt zusammenkamen. Wunderschöne Mandelaugen und ein langer Körper. Dunkle Haut und blaue Augen. Wer solche Schönheiten erblickt, der weiß, dass diese Welt eins ist und sich nicht in verschiedene Teile trennen sollte.

Kakao zu trinken, das ist wie ein Ticket ins Wohlfühlen. Wie schnell wird man vom ernsten Erwachsenen zum Kind mit gewitztem Gemüt, wenn so ein Glas kalten Kakaos vor einem steht. Für mich ist es immer wieder eine Reise wert. Viel zu schnell ist das recht große Glas ausgetrunken und die Realität hat einen wieder, aber für diesen kurzen Moment ist man im Urlaub, einfach so. Im Handumdrehen.

Fräulein Green und ich haben uns entschieden, jeweils eine Kakao-Geschichte zu schreiben. Ich bin mal gespannt, wie ihre Version ist.

“What´s your story?” 3 Blogger – 1 Lesung

Ben Froehlich:

Das verlängerte Wochenende naht und ich freue mich auf Hamburg und eine spannende Lesung. Falls es jemand noch nicht mitbekommen hat, hier die Infos dazu.

Ursprünglich veröffentlicht auf Candy Bukowski:

Die Location steht, wir können also endlich herzlich einladen:
  Andreas Glumm - Sabine WirschingCandy Bukowski
lesen am 3.10.14 um 19 Uhr
Im Kulturhaus 73 / im Saal (2.OG)
Schulterblatt 73
in Hamburg.

Wir hoffen sehr, Ihr seid dabei und freuen uns unheimlich darauf, Euch kennenzulernen!

Das Kulturhaus 73 ist mitten drin in der Schanze, direkt neben der Roten Flora.
Wir lesen im 73 im “Saal” im 2.Stock / Getränke-Gastronomie befindet sich dort im Raum.

Parken ist in der Schanze, rund ums Schulterblatt, wirklich schwierig bis unmöglich.
Dafür ist die S-Bahn Station Sternschanze nur ca. 7 Gehminuten entfernt.
Abendkasse: 5,00 Euro Unkostenbeitrag, oder wie viel wir euch wert sind :)

Anschließend freuen wir uns auf einen lockeren Abend, auf Quatschen und Kennenlernen,
auf einen Zug übern Kiez und viel Spaß mit Euch.

Sabine Wirsching hat auch eine Facebook Veranstaltungsseite für uns erstellt:
https://www.facebook.com/events/1464594743792639/
Teilen im Freundeskreis wäre natürlich…

Original ansehen noch 279 Wörter

Im Innern

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Wohin gehen wir eigentlich, wenn wir einen kurzen Moment die Augen schließen, bevor wir mit etwas beginnen, das uns etwas besonders Wichtiges ist? So wie er, der da eben noch mitten zwischen uns saß. Mit uns lachte und redete. Keine Person, die man sofort wahrnehmen würde, weil er nicht der Typ ist, der in einen vollen Raum kommt und alle Menschen darin sofort gefangen nimmt. Die krause Frisur hat schon ein paar Lücken und der Bart ist auch kaum mehr als eine löchrige Hecke. Dann stand er auf, aufgefordert vom Freund, der die Feier schmeißt, und setzte sich ans Klavier. Seine Finger fühlten die Tasten und dann schloss er die Augen, nur um kurz darauf die ersten Noten aus dem großen Holzkasten erklingen zu lassen. Vollkommene Ruhe kehrt ein, als seine Stimme ertönte. Eine Stimme, die genau zu wissen scheint, wie jeder Mensch Freud und Leid empfindet und die noch unzählige andere Emotionen in uns hervorruft.

Ich schüttle mich ein wenig. Das habe ich manchmal, es passiert immer, wenn meine Gefühle so eingespannt werden. Es ist ein Schütteln, dass ich nicht kontrollieren kann. Ich spüre, wenn es ansetzt und ich kann es verzögern, so wie man ein Niesen herauszögert, aber ich komme schlussendlich nicht dagegen an und es ist ein wohliges Gefühl. Manchmal bemerkt es ein anderer Mensch und erkundigt sich, ob es mir gut geht. Oh ja, und wie gut es mir geht. So gut, dass auch ich die Augen schließen möchte und dorthin will, wo der Klavierspieler war, bevor er mit seinem Spiel begann.

Gefrorenes Herz

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Als ich neulich Aurelias Liebster Award entgegennahm, hatte ich bereits angedroht, dass ich hier auch andere Blogs vorstellen möchte. Ich beginne nun mit dem von Mirjam H. Hüberli. Der Blog gibt einem kleine Einblicke ins Leben einer Autorin und ich freue mich jeden Mittwoch schon auf eine neue Plampi-Zeichnung. Warum ich sie erwähne, hat mehrere Gründe.

Zum ersten gibt es da das Buch “Gefrorenes Herz“, dessen Hauptfigur Aurelia heißt und ja, das war auch der Name jener Bloggerin, die mir den Liebsten Award schenkte. Aber sie kennen sich nicht oder haben etwas miteinander zu tun. Es ist ein Jugendroman, den man auch lesen (und verschlingen) kann, wenn man älter ist. Ich zumindest genoss jede Seite und hatte ihn an zwei Nachmittagen durch. Ich hab mir sogar extra einen eReader gekauft. Zurück zum Buch: Es geht um Aurelia, deren Zwillingsschwester vermisst wird. Sie versucht herauszufinden, was geschehen ist und natürlich auch, ihre Schwester wiederzufinden. Dabei erlebt sie den Alltag einer Abiturientin, die zudem Stress in der Schule und mit Freunden kennt und sich verliebt, wenngleich ich sagen kann, dass die Liebesgeschichte nicht schmalzig oder übertrieben ist. Für mich war es interessant, sich mal wieder in einen Teenager hineinzuversetzen und in einen weiblichen noch dazu. Das Buch kann ich nur empfehlen.

Ein weiterer Grund für diesen Eintrag ist der gute Plampi. Ein liebenswürdig tollpatschiger Hund, der bereits zwei Abenteuer hinter sich hat und das dritte, welches allerdings sein erstes sein wird, folgt demnächst. Das sind vertrauliche Insiderinfos. Bis dahin erwartet Plampi einen jeden Mittwoch auf Mirjams Blog.

Ein weiterer guter Grund, warum ich hier über sie schreibe und dann auch noch so ausführlich, ist die Tatsache, dass sie mir sofort hilfreiche Tipps gab. Als ich nachfragte, wie sie das mit der Agentin/Agentur hinbekommen hatte, gab es neben einer Erklärung auch gleich weiterführende Links zu seriösen Agenturen. Ebenso fand ich die Werbung, die sie für “gefrorenes Herz” gemacht hat, sehr eindrucksvoll und es war mir ein Beispiel, wie man sich selbst erfolgreich publizieren kann.

Ich wünsche Mirjam weiterhin sehr viel Spaß bei ihrer Arbeit, denn ich will mehr davon lesen und deswegen wünsche ich ihr natürlich noch mehr Leser.

lautlos

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Wie sie so im Bus sitzt und aus dem Fenster schaut. Als würde sich die Welt nur außerhalb von ihr abspielen. Gedankenverloren. Keine Reaktion auf das schreiende Baby oder die rumblödelnden Jugendlichen. Fast schon regungslos sitzt sie da mit ihrer anmutigen Schönheit und sieht die Häuser, Bäume und Menschen wie einen Farbschleier, der sich vor ihren Augen entlangzieht. Nichts reißt sie aus ihrer Fassung, bis sich plötzlich ein Lächeln in ihr Gesicht zaubert. Ihre Hand wandert in die Hosentasche und ein Handy kommt zum Vorschein. Die Augen fliegen über die Buchstaben und fast noch schneller bewegen sich kurz darauf ihre Finger über die gläserne Oberfläche. Ein kurzes Warten und wieder brummt das Gerät zwischen ihren Fingern. Ihre Haltestelle verpasst sie fast und bemerkt erst am Bremsen, dass sie aussteigen muss.

Schnell ist sie Zuhause und packt eifrig die Einkäufe in den Kühlschrank. Ja, das hat Vorrang, aber den PC hat sie zuvor bereits angeschaltet, damit er auf sie wartet, wenn alles fein säuberlich eingeräumt ist. Ein Joghurtglas und einen Löffel greift sie sich und setzt das virtuose Fingerspiel aus dem Bus an der Tastatur fort. So viele Gedanken und Worte, die aus ihr heraus wollen und die sie sonst für sich behält. Der Chat mit der besten Freundin auf der einen Seite und ein neuer Blogeintrag auf der anderen. Keiner soll warten müssen, denn wer weiß, ob die Welt sie heute noch hört, wenn sie nicht schnell genug ihre Gedanken heruntertippt. Die Schönheit der Worte könnte verloren sein.

Stunden später schreibt sie noch immer mit ihrer Freundin oder schon wieder. Ihr Blick geht auf den Posteingang und es gibt neue Kommentare. So wundervolle Worte und Glückwünsche. Doch ein Kommentar sticht hervor. Er sticht hervor und tief hinein. Worte, die verletzen wollen und sie treffen. Für einen kurzen Augenblick. Dann löscht sie den Kommentar. Stumm bewegen sich ihre Lippen, so wie es ihr immer passiert, wenn sie schreien möchte und doch nicht kann, sie würde es ja doch nicht hören. Eine eingeklammerte Eins erinnert sie an die Freundin im Chat. Kurz macht sie sich Luft und dann verraucht die Wut. Lautlos.

Liebster Award

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aw

Die liebe Aurelia hat mich geehrt und mir einen Award überreicht, denn mein Blog gehört zu ihren liebsten. Ihr Blog beschäftigt sich damit, dass Frauen sich und ihren Körper lieben. Ein Projekt, was ich unterstütze, zumal die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper nicht nur Frauen eigen ist, aber hier geht es nicht um mich, sondern um Aurelia und ihren Blog. Die Homepage ist gerade neu von ihr designt worden, also klickt mal auf den Link und werft auch ruhig mal einen Blick auf ihren Youtube-Kanal. Allein für die musikalische Untermalung der Vlogs schaue ich da nur zu gern mal wieder drauf. Den Text, mit dem sie meinen Blog beschrieb, möchte ich übrigens nicht unerwähnt lassen, der gefiel mir ungemein und tut es immer noch.

“Ben Fröhlich von farbenfroehlich.wordpress.com, wo er seine wundersamen Erzählungen veröffentlicht und man in deren Fiktion angelehnt an die Realität voller wohlwollen versinken kann.”

Ich sollte nun fünf bis elf weitere Blogs benennen. Ich habe schon in der Vergangenheit darauf verzichtet und tue es nun wieder. Stattdessen nehme ich diesen Award, um mal wieder über Blogs aus meiner Leseliste zu berichten. Da wird immer mal wieder ein Blog vorgestellt werden. Nun aber zu Aurelias 11 Fragen:

1. Was ist für dich “Schönheit”?

Ich würde lügen, wenn ich beim Wort Schönheit nicht sofort an äußerliche Merkmale denken würde. Da gibt es sofort Gesichter, die mir in den Sinn kommen. So ein Gesicht wird dennoch nie schön sein, wenn die Person dahinter nicht eine ganz besondere, innere Schönheit besitzt. Da gibt es dieses Lächeln, das mir das Gefühl gibt, als gäbe es nichts Schlechtes auf der Welt. Ja, das ist Schönheit. Ein attraktiver Mensch kann für mich nur dann wirklich schön oder attraktiv sein, wenn da kein langweiliger Charakter dahintersteckt, der außer seinem Äußeren sonst nichts kennt.

2. Welches Kompliment wolltest du schon einmal jemandem sagen, tatest es aber nicht? und wieso?

Da ich selbst nur schwer mit Komplimenten umgehen kann, sollte man meinen, dass ich sie selbst auch nicht von mir gebe, aber wenn es etwas gibt, für das ich ein Kompliment aussprechen möchte, dann tue ich das einfach. Ich gebe aber zu, dass es mir am schwersten bei meinen Eltern fällt. Ihnen einfach ein Kompliment dafür zu machen, dass sie ihr Leben lebten, wie sie es wollten.

3. Was ist dein Lieblingsessen?

Mein Lieblingsessen ist immer das, was man für mich zubereitet. Ja selbst in der Kantine, aber dann muss es mir von der Bedienung mit einem Lächeln serviert werden, was aber eh auf Gegenseitigkeit beruht und daher nie wirklich ein Problem darstellt. Oh, Nudeln mit einer Lachs-Sahne-Soße sind einfach großartig, die würd ich nehmen.

4. Wer oder was bringt dich zum lachen?

Da würde ich auf das Lächeln aus Frage 1 verweisen. Ansonsten sind es gute Freunde und die blödesten Filme. Mir kamen erst neulich wieder die Tränen bei der MacGuyver-Parodie “MacGruber” und der Film hat nun weder Niveau, noch irgendwelche besonderen Momente, aber Humor darf und muss auch simpel sein dürfen.

5. Eine Sache die du über Alles liebst ist…

Eine Sache liebe ich nicht. Vielleicht meine Notizbücher, von denen würde ich mich zumindest nur ungern trennen. Aber es sind eher Ideen und Erfindungen, die ich liebe. Zum Beispiel die Toilettenspülung, denn seien wir doch mal ehrlich, wie oft wünschten wir uns, dass der ganze Scheiß den wir so mit uns rumschleppen auf Knopfdruck verschwindet. Sorry, eine ernsthafte Antwort fällt mir schwer, da ich die Liebe zum Objekt nicht wirklich kenne.

6. Seit wann schreibst du?

Seit Mai 2009. Ich habe eben nachgeschaut, da schrieb ich meinen ersten Text. Bis dahin schrieb ich nur Prüfungen oder Hausaufgaben (meistens ab). Randnotizen in Büchern finde ich auch immer mal wieder, aber nie was richtiges, was eigenes.

7. Wieso betreibst du deinen Blog?

Da möchte ich aus einem meiner Lieblingsfilme zitieren (wer den Film kennt oder ihn errät, bekommt einen dicken Knutscha von mir):

“Yeah, and what’s the reason in having a file cabinet full of writing and keeping the shit locked so nobody can read it?”

Für mich ist es ein großer Anreiz, dass es Menschen gibt, die meine Geschichten lesen können. Ich gestehe, dass ich ganz gern mal in meine Statistik schaue und mich freue, wenn die Seite gut besucht wird. Aber das schönste Hochgefühl ist es, wenn ich einen Text runtertippe, ihn hochlade und dabei keine hohe Meinung davon habe, und dann kommen da die tollsten Komplimente. Das gibt mir das Gefühl, als gäbe es da ein großes Talent in mir, das ich häufiger mal herauskitzeln sollte.

8. Wenn du eine Sache in unserer Gesellschaft ändern könntest, was wäre es?

Vermutlich wäre es die Eigenschaft immer alles auf die Gesellschaft zu schieben. Wir, also auch ganz besonders ich, tendieren dazu, dass das Problem immer in der Gesellschaft liegt, diesem theoretischen Konstrukt. Da gehört natürlich man selbst oder der engste Freundeskreis nicht dazu, denn die sind anders. Leider sind wir es alle nicht.

Ich wünschte mir, dass wir einfach nur um unser selbst leben würden, dass das Erlangen der höchsten Erkenntnis unser Antrieb wäre und nicht aus minderen Gründen handeln würden. Ein Wunsch, den ich an mich selbst sende, denn genau da muss es anfangen.

9. Wie fühlst du dich gerade?

Sehr gut. Die Sonne brennt mir auf den Rücken und die Erinnerung an eine wunderschöne Nacht mit Freunden klingt noch immer nach. Das lenkt von der Erkältung ab, die mich gerade plagt.

10. Kannst du kochen?

Die Frage müsste eher lauten, ob man es essen kann. Aber ja, kann man. Ich habe eine kleine, aber feine Auswahl an Gerichten, die ich zubereiten kann und nehme gern neue Rezepte auf, wenn sie mich ansprechen.

11. Was ist dein Lieblingszitat?

Das ist fies, weil ich jetzt Zitate aus dem Film im Kopf habe, den ich zuvor schon zitierte. Aus dem wäre mein liebstes Zitat:

“No thinking – that comes later. You must write your first draft with your heart. You rewrite with your head. The first key to writing is… to write, not to think!”

Oh, aber es gibt ein Zitat von John F. Kennedy, welches ich schon immer sehr gut fand:

“We choose to go to the moon in this decade and do the other things, not because they are easy, but because they are hard…”

Den Text schrieb ich am 17.09.2014 um 17 Uhr (nur als Erklärung für die Sonne im Rücken).

gelebtes Holz

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Ich erinnere mich noch sehr genau, wie wir diesen Tisch damals besorgten. Rana hatte mich angerufen, ob ich Zeit hätte und wir mit meinem Auto etwas abholen könnten. Ich sagte zu, noch bevor ich wusste, wie weit wir dafür fahren mussten. Ich verdrehte die Augen, als ich das Ziel ins Navi eingab und es mir anzeigte, wie lange die Fahrt dauern würde. Da es noch früh am Morgen war, schwieg ich, wie ich es immer nach dem Aufstehen mache. Die Musik unterhielt uns und Rana schlief ein, noch bevor wir die Stadt verlassen hatten.

Als wir an dem Bauernhaus angekommen waren, verstand ich jedoch, warum es den Weg wert gewesen war. Allein jener Ort, der so viel Ruhe ausstrahlte, war perfekt für diesen Samstag. Ein Mann mit grauem Haar und zotteligem Bart begrüßte uns. Sie luden uns ein, auf einen Tee hinein zu kommen und boten uns dazu selbstgemachte Brötchen mit allerlei Obst an. Tatsächlich hatte ich kaum etwas gegessen und so freute ich mich über dieses zweite Frühstück.

Das alte Paar hatte sich den Hof vor einigen Jahren gekauft und empfing seither immer wieder junge Leute, die auf dem Hof mithalfen und dafür nichts für das Essen oder das Dach überm Kopf zahlen mussten. Die Rechnung ging wohl nicht immer auf, aber da ihre Rücklagen groß genug waren, störte es nicht weiter. Ihnen war wichtig, es zu versuchen und jungen Menschen eine Möglichkeit des Ausprobierens zu bieten. Das war ihr kleiner Beitrag, den ich mächtig groß fand, zu einer besseren Welt. Rana sprach viel mit ihnen, während ich aufmerksam zuhörte. Manchmal fehlen mir einfach die Worte und dann genieße ich es, wenn sie im Raum umherschwirren und ich sie nur aufnehmen brauche.

Nach guten zwei Stunden gingen wir zur Garage, die früher mal ein Stall war und wieder werden sollte, doch dafür müsste Platz geschaffen werden. Und nun verstand ich Rana, die jene Strecke so unverblümt gefordert hatte, denn er war es wert. Ein hölzerner Opiumtisch von einer Größe, dass ich befürchtete, er könnte nicht ins Auto passen. Die Alten wollten kaum Geld dafür haben und schoben es auf den Zustand. Mir und Rana war klar, dass es nur nach ein wenig Schleifarbeit und neuem Lack schrie und ich bin mir sicher, dass es die zwei auch wussten. Sie hätten einen Neuling in ihrem Haus damit beauftragen können, aber vermutlich wollten sie, dass jene Person den Tisch bekommt, die ihn auch herrichtet, eben um den Wert zu schätzen.

Ich hatte mich mit der Größe getäuscht, denn der Tisch passte problemlos ins Auto, nachdem die Rückbank umgelegt war. Die kurzen Beine machten es möglich. Wir verabschiedeten uns, wenn auch mit dem Gedanken, den Hof in Zukunft wieder zu besuchen, womöglich wenn wir zwei Wochen Zeit hatten und uns selbst mal dem „einfachen“ Leben hingeben wollten. Weg von der schnellen Welt, in der man ständig erreichbar war.

Auf der Rückfahrt sprachen Rana und ich immer mal wieder, aber meist sangen wir die Songs, die die Playlist meines Radios hergab mit. Es fühlte sich gut an, dieser kurze Ausflug. Zu zweit schleppten wir den Tisch in die Wohnung und bei meinem nächsten Besuch war der Tisch bereits geschliffen und lackiert. Er sah dennoch benutzt aus und gerade da lag sein Charme. Es war eben kein perfekt geschliffener aus dem Katalog, sondern einer, der schon Leben mitbekommen hatte.

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