Einen leeren Kopf bekommen

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Die Lichter der Stadt spiegeln sich auf dem schwarzen Lack des Cabrios. Ein Ziel gibt es nicht, nur das beruhigende Brummen des Motors und das Gefühl der Beschleunigung nach jeder roten Ampel, die es braucht, damit das nächtliche Fahren nicht monoton wird. Seine Gedanken beruhigen sich. Sie prasseln nicht mehr auf ihn ein. Das ist der kleine Ausbruch, in dem so viel Freiheit steckt und sie wird mit ein paar Tropfen Öl recht günstig gekauft. An der nächsten Ampel wartet ein Auto mit zwei jungen Fahrern. Sie wollen auffallen und suchen ein Rennen. Doch da suchen sie beim falschen Mann. Die nächste Streife wird sich freuen und er sich ebenso, wenn er deswegen ungestört bleibt.

Wenn der Kopf vollkommen ruhig geworden ist, dann geht es gern auch mal auf die Straßen außerhalb der Stadt, wo der Zeiger des Tachos die 90 Grad geradezu überfliegt, die zwischen 30 und 130 km/h liegen, nur um dann doch wieder den Wagen rollen zu lassen, bis er ein gutes Stückchen unter der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit liegt und dem Fahrer noch die Möglichkeit gibt, einem Tier auszuweichen. Keine Menschenseele weit und breit, nur die ruhige Nacht, die ihn beim Fahren beobachtet, bis er wieder auf seiner Einfahrt steht und den Motor einige Sekunden lang brummen lässt, bis er den Schlüssel nach links dreht und damit die Spritzufuhr kappt. Doch innerlich vibriert es weiter und sorgt dafür, dass in dieser Nacht niemand mehr die innere Ruhe brechen kann,

Der alte Mann (komplett)

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Auf Wunsch gibt es alle Teile in einem Eintrag, gelöscht wird nichts, da ich die Kommentare behalten möchte:

Teil eins

In dem Laden hatte man mich gewarnt. Ich hatte anhalten müssen, um nach dem Weg zum Grundstück meines Großvaters zu fragen. Der Verkäufer sah mich ungläubig an und verstand nicht, warum ich da hin wollte. Er meinte, dass der alte Mann die gesamte Zeit über mürrisch sei und niemand gern bei ihm sein würde, weil er niemanden bei sich haben wollte. Ich verschwieg, dass es sich um meinen Verwandten handelte und setzte mich wieder in meinen Jeep, nachdem ich den Weg erfahren hatte. Durch den Stopp konnte ich noch ein wenig frisches Brot und ein großes Stück Gouda kaufen. Das ist so eine Art Urlaubsproviant für mich. Sobald mich der Hunger überkommt, breche ich mir ein Stück Brot ab und esse dazu ein wenig Käse. Mehr braucht es nicht. Wir vergessen das nur zu gern, weil wir gewohnt sind, immer tausend Dinge im Kühlschrank zu verstauen. Es kommt uns gar nicht merkwürdig vor, dass jeder Haushalt über einen oder mehrere solcher Geräte verfügt, als hätten die Menschen früher nicht auch gewusst, wie man Essen so aufbewahrt, dass es einige Tage übersteht. Doch zurück zum Käse, der so köstlich mit frischem Brot schmeckt. Ich würde womöglich irgendwo noch einen Halt machen und ein paar Bissen davon essen, denn mit leerem Magen wollte ich dem alten Herren nicht gegenüberstehen.

Es ist schon gut zwei Jahrzehnte her, dass wir uns das letzte Mal sahen. Es war die Beerdigung von Oma und kurz darauf waren wir überrascht, als er aus der Wohnung ausgezogen war. Er hatte es niemandem mitgeteilt und wir vermuteten, dass er in jene Hütte gezogen war, die schon seit ein paar Generationen in Familienbesitz war. Wir hatten mal einen Urlaub darin verbracht. Ich erinnere mich noch, wie ich heimlich am Bier nippte, weil mein Vater es nicht ausgetrunken hatte. Der ekelhafte Geschmack von damals ist mir noch heute bekannt und eine bessere Vorbeugung es zu trinken hätte es nicht geben können. Ich kam an den See und sah die Hütte. Keine zwei Minuten später stand ich an der alten Holztür und klopfte an, doch es war kein Geräusch zu vernehmen. Ich ging zurück zum Auto und griff nach meinem Einkauf. Am Ufer würde ich mir ein köstliches Mahl bereiten, solange ich auf wartete. Auf dem See dann erblickte ich ihn. Er angelte in einem Holzboot. Vermutlich wusste er längst, dass ich hier war. Den Wagen konnte er kaum überhört haben. Also brauchte auch ich nun nicht nach ihm zu rufen oder wild zu winken. Hier würde ich auf ihn warten.

Teil zwei

Was er wohl denken mochte, während er in seinem Boot saß? Überlegte er womöglich, wer ihn besuchte und warum dieser uneingeladene Gast seine Weigerung, sofort ans Land zu rudern, nicht verstand und sich nicht wieder davonmachte? Es wäre wohl durchaus ein Gedanke, der mir kommen würde, wäre ich dort draußen. Aber vermutlich ahnte er schon, wer ihn besuchen wollte. Den Grund an sich könnte er unmöglich wissen. Woher auch? Wie konnte er ahnen, dass er seit ein paar Tagen mein einziger Verwandter auf dieser Welt war? Mein Vater war nie ein Bindeglied zwischen meinem Großvater und mir gewesen. Die beiden konnten sich nicht ausstehen und ich erinnere mich noch an einen Streit zwischen ihnen. Ich lag damals im Bett und sollte schon schlafen, stattdessen schlich ich durchs Haus und suchte noch nach einer Kleinigkeit, die ich naschen konnte. Gerade als ich die Treppe wieder hinaufgegangen und schon fast in meinem Zimmer verschwunden war, hörte ich die Stimme meines Vaters, der meinen Großvater anschrie. Er warf ihm vor, meiner Mutter nicht ausgeredet zu haben, dass sie in der Nacht zu ihm fahren wollte. Türen knallten und wir blieben allein zurück. Danach wurden die Besuche meiner Großeltern seltener und endeten mit dem Leben meiner Oma.

Da draußen saß er nun. Ob er wohl oft angelte? Ich erinnere mich nicht daran, dass er mit mir jemals angeln war, aber das wäre eh nichts für mich gewesen. Als Kind plapperte ich ohne Unterlass und hätte so wohl jeden noch so tauben Fisch verscheucht. Mittlerweile könnte ich mit ihm still im Boot sitzen. Mir scheint, dass man mir eine gewisse Menge an Worten mitgegeben hat und ich den Großteil davon als Kind vor mich hin brabbelte. Und nun, einige Jahre später, bin ich sparsam geworden, ja fast schon knauserig, denn wer weiß schon genau, wann das letzte Wort gesprochen ist?

Es dämmerte bereits, da vernahm ich das leise Platschen der Paddel im Wasser. Er kam endlich heim. Als er aus dem Boot stieg, entfuhr ihm nur ein knappes “Hm” und er ging blicklos an mir vorbei. Ich folgte ihm ins Haus und stellte mich vor: “Hallo, ich bins. Dein Enkel. Erkennst du mich denn nicht, Großvater?” Er antwortete darauf: “Nenn mich nicht Großvater, ich heiße Tom!”

Teil drei

Seine Worte schufen eine Grenze. Er ist also Tom und nicht >mein Großvater<. „Gut, dann nenn mich Henry, so nennen mich meine Freunde“, bot ich ihm an und versuchte so eine neue Ebene für uns zu schaffen. Doch er ging zur nächsten Frage über, ohne auf das einzugehen, was ich soeben zu ihm gesagt hatte: „Ich mache eine Suppe aus Fisch und Gemüse. Ich vermute, dass du auch etwas davon essen möchtest.“ Ich nickte nur und setzte mich unaufgefordert an den Tisch. Lange überlegte ich, wie ich vom Tod meines Vaters erzählen sollte. Es auszusprechen fiel mir nicht schwer, dafür war die Distanz zwischen ihm und ihm schon immer zu groß gewesen. Weder brach meine Stimme brach noch kamen mir Tränen, aber gegenüber meinem Großvater wusste ich nicht, wie ich es sagen sollte.

Tom stellte mir einen tiefen Teller auf den Tisch ebenso sich selbst. Als er kochte, fiel mir auf, wie oft er hustete und auch jetzt, während wir aßen hustete er einige Male und es klang alles andere als gesund. Als ich nachfragte, wann er denn das letzte Mal beim Arzt gewesen sei, antwortete er, dass er keinen Arzt brauche. Ich hakte nach, ob er schon lange so hustete, und er reagierte genervt, dass ich doch wohl kein Mediziner sei. Nein, das war ich wirklich nicht. Ich weiß gar nicht, was ich eigentlich war, denn es gab keinen Job, zu dem ich mich endgültig berufen fühlte.

Es lag eine unangenehme Stille im Raum, die ich plötzlich durchbrach mit den Worten: „Vater ist tot.“ Ich war selbst überrascht, dass ich das einfach so sagte. Tom hielt seinen Löffel für einen Moment in der Luft. Dann führte er ihn zum Mund. Er hatte es gehört und auch verstanden. Eine weitere Reaktion blieb aus. „Ich würde gern ein paar Tage hier bleiben. Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen“, erklärte ich ihm und sein Gesicht strahlte Gleichgültigkeit aus. Einige Sekunden später jedoch schon stellte er die erste Regel für meinen Besuch auf: „Du machst den Abwasch!“ Endlich ließ er mich an sich heran. Er akzeptierte meine Anwesenheit und baute mich sogar mit ein. So viel Freude hatte ich schon lange nicht mehr am Abwasch gehabt.

Teil vier

Die Nacht verbrachte ich auf Toms Couch. Sie war schon vollkommen durchgesessen war, so dass man jede Feder spürte, die sich in den Körper bohrte. Ich schlief wenig und machte mich noch vor Sonnenaufgang auf, um zu joggen. Am liebsten hätte ich den See umrundet, aber dafür war er viel zu groß, daher kehrte ich nach einigen Kilometern wieder um. Irgendwas erschien mir am Ufer merkwürdig, aber es war nur ein Gefühl, das ich nicht näher bestimmen konnte. Als ich zurückkam und mich unter die Dusche stellte, kam es mir plötzlich in den Sinn. Die Bäume waren ungewöhnlich kahl gewesen. Womöglich sogar tot. Ich hatte einen Bekannten von meiner Zeit an der Uni, der Biologe war, ihm konnte ich ein paar Wasserproben zuschicken, die ich noch an diesem Tag sammeln würde, ich brauchte nur sterile Behältnisse, aber die würde ich in der Stadt bekommen. Tom lebte seit Jahren hier und somit auch von dem Fisch aus dem See. Womöglich war hier die Ursache für seinen Husten zu finden.

Beim Frühstück fragte er mich, wo ich am Morgen gewesen sei. Ich antwortete ihm, dass ich joggen war, was er nur mit einem Zucken der Schulter beantwortete. Das war wohl nichts für ihn. Ich sprach ihn auf die Bäume an, da sah er mich für einen Augenblick lang intensiv an und widmete sich dann wieder seinem Essen. Von meiner Idee erzählte ich ihm nichts. Es erschien mir unsinnig, ihm eine These zu erzählen, die nur auf zwei Indizien beruhte. Das hätte ihn vermutlich nur genervt oder er hätte mich für den typischen Städter gehalten, der den Menschen vom Lande die Welt erklären will.

In die Stadt fuhr ich allein, allerdings mit einer Liste an Lebensmitteln, die ich mitbringen sollte. Ich rief von dort aus meinen Bekannten an und schilderte ihm die Lage. Er erklärte sich bereit, die Proben zu untersuchen und gab mir eine Adresse durch, an die ich sie schicken sollte. Ein weiterer Freund bekam einen Anruf von mir. Er sollte sich erkundigen, ob Firmen in der Nähe des Sees oder dieser Stadt registriert sind. Er meinte, dass ich in zwei Stunden noch einmal anrufen solle und dann könnte er mir schon erste Informationen geben. Somit hatte ich eine gute Weile, um einzukaufen, Mittag zu essen und diese kleine, verlassene Stadt kennenzulernen, in der mich jeder Einwohner ansah, als käme ich vom Mond.

Teil fünf

Als erstes ging ich einkaufen. Meine Vorstellung von sterilen Gefäßen erschöpfe sich mit ein paar Miniisolierflaschen. Keine Ahnung, wer sonst so eine Flasche mit einem halben Liter Volumen überhaupt kauft, für mich waren sie recht praktisch. Ich nahm vier davon mit. Die restlichen Einkäufe erledigte ich im Anschluss. Wenn mich die Verkäuferin nicht vorhin schon merkwürdig angesehen hätte, dann gab ich ihr jetzt einen guten Grund. Sie meinte, es gäbe auch eine 2 Liter Iso-Flasche. Ich nickte nur zustimmend und lächelte. Vermutlich hielt sie mich jetzt für einen Idioten und in zwei Stunden würde die ganze Stadt wissen, was ich gerade gekauft hatte.

Beim Einladen in den Jeep, traf ich den örtlichen Polizeichef. Er sah sich meinen Wagen an und musterte mich, als ich auf ihn zukam. Ich grüßte ihn recht freundlich und überlegte kurz, ob ich ihn bezüglich einer Fabrik in der Nähe des Sees befragen könnte. Sein recht kalter Blick und zu viele Filme aus den 80ern hielten mich davon ab. Er fragte mich, was mich in die Gegend verschlagen hätte und ich erklärte ihm, dass ich meinen Großvater Tom am großen See besuchte. Der Kerl blieb regungslos. „Wie lang wollen Sie denn hier bleiben?“, fragte er mich und ich schätzte eine Woche. Solche Gespräche haben nur einen Grund: man will Fremde beeindrucken und ihnen klarmachen, dass hier jemand wacht. Smalltalk ist das nicht. Ich versuchte die Stimmung ein wenig zu heben, indem ich ihn fragte, ob er mir denn eine Gaststätte empfehlen könnte. Er nickte nur in Richtung des Hauses gegenüber, direkt neben dem Laden, in dem ich eben einkaufen war. Ich verabschiedete mich und ging hinüber.

Ein Steak mit Röstkartoffeln und einen Salat bestellte ich mir bei der Kellnerin, welche ihre Bluse einige Knöpfe zu weit offen trug. Es würde ihr kein Extratrinkgeld bescheren, aber zumindest war sie angenehm freundlich. Während ich wartete, fragte ich mich, warum ich nicht in einem Haus am See lebte. Mit den Leuten hier in der Stadt müsste ich nicht auskommen, nur die Einsamkeit dürfte mich nicht erschlagen, aber irgendwie hatte Tom das auch geschafft. Nach dem Essen orderte ich noch eine Tasse Kaffee um die Zeit totzuschlagen. Er schmeckte grässlich, was mich ihn eher runterstürzen ließ und letztendlich ging ich bereits nach anderthalb Stunden wieder zum Telefon und rief meinen Bekannten an, um zu erfahren, ob er schon etwas zu einer Fabrik am See herausgefunden hatte.

Teil sechs

Das Telefonat war ernüchternd. Keine Fabrik. Zumindest nicht am See. Und auch die Luftaufnahmen um den Teich ließen nichts vermuten. Mein Bekannter sicherte mir zu, etwas über Fabriken in der Nähe der Stadt herauszufinden, allerdings erst morgen.

Ich machte mich auf den Heimweg, denn ich wollte noch um den See wandern und die Proben sammeln. An der Hütte angekommen, traf ich Tom nicht an. Er hatte keine Notiz hinterlassen und sein Boot war am Steg festgemacht. Das gab mir die Möglichkeit, meinen Rucksack mit den Isolierflaschen zu füllen und mir noch etwas Proviant mitzunehmen. Ich musste mich ranhalten, denn so viele Stunden würde es nicht mehr hell sein. Zu meinem Glück begann es zu regnen, als ich die Tür hinter mir schloss. Das lag bereits den ganzen Tag in der Luft, also überraschte es mich nicht, es ließ aber Zweifel in mir aufkommen, ob ich meine Proben nehmen konnte. Das Regenwasser würde die obere Schicht des Sees mit frischem Wasser füllen. Dennoch blieb ich bei meinem Plan und machte mich auf den Weg.

Ich mag das Wandern auch bei Regen. Wenn man die richtigen Sachen dabei hat, dann gibt es wohl kaum einen Moment, an dem man sich mehr mit der Natur verbunden fühlt. Der lehmige Boden klebt an den Schuhen und der Geruch des Waldes und des Regens liegt in der Nase. Ja, selbst die Kühle und die Nässe des Regens zeigt einem die Lebhaftigkeit der Natur. Vermutlich lässt sich das als Mensch aus der Stadt, der die Natur nur noch von den Pflanzen im Topf her kennt, genießen. Wer hier lebt, dem fällt es womöglich gar nicht so sehr auf, aber für mich ist es eine Expedition der Sinne.

Ich kam zu der Stelle, wo ich am Morgen umgekehrt war und folgte dem Ufer noch ein wenig. Zu sehen war nichts, außer den abgestorbenen Bäumen, die sich häuften. Ich nahm die letzte Probe und markierte die Flasche. Ein wenig ambivalent kam ich mir vor, denn ich hoffte, dass sich in einer der Proben etwas finden lassen würde und gleichzeitig wünschte ich es mir nicht.

In der Hütte brannte Licht und ich freute mich schon auf ein wärmendes Feuer und eine Suppe. Als ich die Tür öffnete, roch es jedoch nicht nach Essen. Tom lag auf der Couch, er röchelte leise im Schlaf. Ich entledigte mich der nassen Kleidung, warf mir eine Decke um und setzte mich vor den warmen Kamin, bis mir die Augen zufielen.

Teil sieben

Am nächsten Morgen wurde ich von Toms Husten geweckt. Er lag noch immer auf der Couch und hatte sich kaum bewegt. Ich selbst hatte mir ebenfalls keine gute Schlafposition ausgesucht. Mir schmerzten die Knochen und ein wenig unterkühlt hatte ich mich auch. Dagegen half nur Aufstehen. Ich ging vor die Tür und überlegte, ob ich in dem See schwimmen sollte. Ich hatte bei meiner Ankunft schon Fisch aus dem See gegessen, also würden ein paar Züge durchs kühle Nass nun auch nicht mehr viel ausmachen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl so im kalten Wasser, als bekäme ich weniger Luft. Zumindest ist es so bei mir, aber das war schon immer so. Vielleicht ist es auch nur ein Überbleibsel aus meiner langen Angst vorm Wasser. Ich vergaß den Gedanken und schwamm einige Züge hinaus, dann drehte ich mich auf den Rücken und sah in den blauen Himmel. Ja, so konnte man wirklich leben. Der Weg zurück kannte nur einen Gedanken: Die warme Dusche.

Tom lag noch immer auf der Couch und hustete vor sich hin. Ich schlug ihm vor, dass ich schnell duschen würde und dann gäbe es warmen Tee, Rühreier und Brot dazu. Von ihm kam keine Reaktion, aber die hatte ich auch nicht erwartet. Vermutlich hatte ihm der Regen stark zugesetzt, das Frühstück würde ihn schon wieder etwas beleben. Es war schnell gemacht und ich stellte ein Tischchen vor die Couch und darauf die kleinen Mahlzeiten. Tom blieb liegen und nahm umständlich einen Schluck aus dem Becher. „Danke, Junge“, entfuhr es ihm. Das zu hören tat gut.

Ich aß weiter mein Rührei und lauschte dabei der Stille. Ich kann nicht sagen, dass sie mich stören würde, aber beim Frühstück zu zweit, da ist sie schon auffällig. Ich war nie der Morgenmensch und daher kenne ich diese Momente nur zu gut. Deswegen lief dann immer Musik im Hintergrund. Aber hier passte sie nicht her. Stattdessen raschelte der Wald leise. So ein drückendes Schweigen führt dann durchaus dazu, dass man plötzlich das sagt, was einem durch den Kopf geht. Und so entfuhr es mir: „Vater war allein im Büro und am nächsten Morgen fand ihn seine Sekretärin. Er hatte einen Herzinfarkt.“

Teil acht

Tom blickte mich an. Er holte Luft, doch statt etwas zu sagen, hustete er aufs Wildeste los. Er hielt sich die Hand vor den Mund. Als er sie wieder vom Mund nahm, klebte Blut an ihr, welches er mit ausgehustet hatte. Ich stand sofort auf, da hielt Tom seine Hände schon abwehrend vor sich. Bis ich ihm erklärte, dass ich ihm nur zum Waschbecken helfen wollte. Ich weiß nicht, ob es richtig oder falsch ist, in solch einer Situation zu husten, aber es musste raus, das war doch nur natürlich.

Während er über dem Waschbecken hing, öffnete ich den Schrank darüber, in der Hoffnung, irgendein Medikament zu entdecken, das seine Beschwerden lindern könnte. Ich fand nichts außer Handtüchern und etwas Hartem, das unter ihnen lag. Ich zog es hervor und sah ein Foto mit einer Frau, die meine Mutter hätte sein können. Aber meine Mutter war wohl eher das kleine Mädchen zwischen jener Frau und ihrem Mann. Ich legte das Bild zurück, half Tom beim Reinigen seines Gesichts und überredete ihn dann, mit mir in die Stadt zum Arzt zu fahren. Der Griff nach meinem Rucksack war eher automatisch – in der Situation absolut notwendig – um die Proben mitzunehmen.

Tom schwieg die Fahrt über. Er versuchte mich mehrfach davon zu überzeugen, doch wieder umzukehren, aber den Gefallen tat ich ihm nicht. Er sah es als meinen Egoismus, nicht vollkommen ohne Familie dastehen zu müssen, dabei war er doch egoistisch, dass er langsam sterben wollte, nur konnte ich ihm das nicht sagen. Ich fuhr entspannt, denn es war kein Notfall. Tom ergab sich irgendwann seinem Schicksal und schien die Fahrt sogar genießen zu können.

Die Zeit im Wartezimmer kam mir endlos vor. Tausendmal plante ich, wie ich die Proben einpacken und wegschicken würde. Ich überlegte, ob es nicht sinnvoll war, sie dem Arzt zu geben, aber das war hier nicht gerade ein gut ausgestattetes Krankenhaus mit Labor. Vermutlich würde der Arzt Toms Brust abhören und ihm irgendwelche Tabletten verschreiben, die ich ihm später unters Essen mischen musste. Als er aufgerufen wurde, trennten wir uns. Ich ging zuerst zum Telefon und ließ mir die ansässigen Firmen durchgeben. Da waren schon welche dabei, die mit Chemikalien arbeiten müssten, aber es klang alles nicht so passend. Mein Bekannter wollte wohl absichtlich zeigen, wie viel er herausgefunden hatte, denn die einzig auffällige Firma nannte er mir als letztes und tatsächlich lag für jeden von uns dort die höchste Wahrscheinlichkeit, den Verdächtigen gefunden zu haben.

Teil neun

Ein Entsorgungsunternehmen war in der Stadt gemeldet. Es wäre nicht das erste Mal, dass man hochgiftige Stoffe günstig entsorgt und gleichzeitig Unsummen einstreicht. Ich ließ mir die Adresse geben und dankte meinem Bekannten. An der Stelle war nun alles getan und einen Verdacht hatte ich, dem ich nachgehen konnte. In der Post besorgte ich mir einen großen Karton und packte die Isoflaschen hinein. Ein paar Tage würde es brauchen, bis ich an der Stelle weitere Informationen erhalten würde.

Auf dem Weg zum Arzt, begegnete ich wieder dem Chef der örtlichen Polizei. Er trug eine Sonnenbrille und baute sich vor mir auf. Ich ignorierte sein Gehabe und grüßte ihn mit einem überfreundlichen Hallo. „Du bist ja schon wieder hier“, stellte der Kerl fest und ließ mich spüren, dass ich hier nicht willkommen war. Ich reagierte gespielt naiv: „Ja, ist doch ein wunderschönes Städtchen.“ Wieder blickte ich in ein regloses Gesicht: „Sag doch, dass du den Alten zum Arzt gebracht hast“, fuhr er mich an. Ich nickte nur, denn egal was ich sagen würde, es würde nicht richtig sein. Keine Ahnung, ob man solch ein Verhalten in der Polizeischule lernt oder ob sich die Leute das aus schlechten Filmen zogen. Mich brachte es nicht dazu, zu kooperieren, es erhöhte hingegen meine Abneigung gegen die Institution an sich.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich eines Nachts angehalten wurde und man mir zum Vorwurf machte, dass ich zu wach sei. Als wäre es besser, beim Fahren einzuschlafen. Ich hätte ja sicherlich Drogen genommen. Das verneinte ich, also wurde im Auto noch ein wenig nach dem Dreieck und dem Verbandskasten gesucht, bis man mir mitteilte, dass mein linkes Rücklicht nicht funktionierte. Zum Glück erinnere ich mich eher an jene Ereignisse, bei denen ich gut mit der Polizei auskam, aber ich kann die Abneigung mancher Leute schon nachempfinden, wenn sie auf solche Idioten, wie diesen örtlichen Polizeichef treffen.

Ich grinste den Kerl kurz an und verabschiedete mich dann von ihm. Mir lief es ein wenig den Rücken runter, denn ich rechnete mit einer Reaktion seinerseits, aber die blieb aus. Ich wollte nur noch schnell wieder zum Arzt und erfahren, ob meinem Großvater geholfen werden konnte. Die Krankenschwester teilte mir mit, dass man ihn über Nacht auf jeden Fall noch hier lassen müsste, womöglich sogar ein paar Tage länger. Ich suchte Tom in seinem Zimmer auf und fragte ihn, was der Arzt zu ihm gesagt hätte.

Teil zehn

Eine Lungenentzündung war es also. Nur der Grund dafür müsste sich noch finden. Aber da hatte ich ja bereits meine Theorie. Ich verabschiedete mich von Tom und machte mich zum See auf. Ich musste den Tag nutzen, um jene Stelle am Ufer abzusuchen. In der Hütte packte ich meinen Rucksack und nahm ein paar Plastiktaschen für mögliche Funde mit. Auch meine Kamera packte ich ein. Es hatte etwas von meiner Kindheit, als ich mit meinem besten Freund allerlei Detektivfälle löste.

Wir gingen einmal in eine verlassene Feuerwehrstation und schlichen durch die dunklen Räume. Bei jedem Schritt hörte man das Knistern und Knacken von irgendwelchem Dreck. Mein Freund fing damals an, Flaschen kaputt zu werfen, bis uns plötzlich jemand anschrie. Vermutlich war es ein Obdachloser, der in der Station schlafen wollte. Wir hatten zumindest die Hosen gestrichen voll und rannten, als würde es um unser Leben gehen. Draußen sprangen wir auf unsere Räder und wenn ich mich recht entsinne, waren die nicht einmal angeschlossen. Sein Fahrrad unabgeschlossen stehen lassen und es dort wieder vorfinden, wo es stehengelassen wurde. Das gibt es heut gar nicht mehr.

Der Weg zu der Stelle am See war nicht so weit, dennoch wurde es bereits wieder dunkler. Ich hatte mir eine Taschenlampe mitgenommen, aber was genau ich damit erkennen wollte, war mir selbst nicht klar. Ein wenig enttäuscht, machte ich mich wieder zurück zur Hütte. Die letzte Nacht und der Tag hatte so seine Spuren hinterlassen und von einem guten Abendbrot abgesehen, freute ich mich nur noch auf die durchgelegene Couch. Sie erschien mir wie ein paar luftige Wolken, in die ich mich legen würde.

Selten erinnert man sich an seine Träume, außer sie sind wirr. Vermutlich erinnere ich mich gerade an den, aus jener Nacht. Ich stand allein in dem kleinen Städtchen und rief Tom, doch er antwortete nicht. Ich lief in jeden Laden und jede Bar hinein, aber es war niemand zu finden. Dann vernahm ich das röchelnde Husten meines Großvaters. Ich folgte dem Geräusch, rannte um eine Ecke und direkt in die stählerne Brust des Polizeichefs. Ich fiel dabei zu Boden und er sah auf mich herab. Ich stand auf, blickte neben ihn und da war die Verkäuferin. Sie hielt mir eine 2-Liter-Isolierflasche hin und lachte mich aus. In meiner Panik rannte ich in die Gegenrichtung und hörte das Husten, welches immer lauter wurde. Und mit jedem Husten färbte sich mein Blick einen Stich rötlicher. Bis ich auf Tom traf, der mir seine blutigen Hände entgegenstreckte.

Teil elf

Ein gutes Gefühl, wenn man aufwacht und feststellt, dass man nur träumte. Ich machte mich fertig und ging wieder hinaus an den See. Ich suchte die Stelle mit den toten Bäumen großflächig ab und stieß auf einen Trampelpfad, dem ich folgte. Er führte mich zu einem Feldweg, auf dem hin und wieder Autos fuhren. Nur so erklärte sich die zwei grasfreien Streifen.

Ich kramte den Zettel mit der Adresse der Entsorgungsfirma heraus, die mir mein Bekannter gegeben hatte und fuhr hin. Das Gelände ließ sich gut beobachten. Es verließen nur wenige Autos das Gelände, aber am Nachmittag erregte ein Typ in Straßenkleidung meine Aufmerksamkeit. Er hatte eine blaue Box dabei, die er in sein Auto stellte. Ich folgte ihm mit einigem Abstand in meinem Jeep. Mein Herz raste vor Aufregung bei dieser Verfolgungsfahrt und gerade in dieser einsamen Gegend würde ich ihm früher oder später auffallen, ganz besonders, da er etwas Illegales vorhatte. Dennoch folgte ich meinem Plan und somit auch dem Typen. Er fuhr tatsächlich zum See, allerdings nicht zu der Stelle, wo ich die toten Bäume entdeckt hatte. Ich stellte mein Auto frühzeitig ab und folgte dem einzigen Weg, den es hier noch gab zu Fuß. Es passte aber, dass der Kerl den hochgiftigen Müll nicht nur an einer Stelle entsorgte.

Nach einem Kilometer fand ich sein Auto und folgte vorsichtig dem Weg zum See. Ich hielt mich im Gebüsch versteckt. Dann sah ich ihn am Ufer. Neben ihm stand die geöffnete Box, aus der er kleine Pakete herausholte und neben sich legte. Ich war vollkommen überrascht, denn keinen Abfall kramte er hervor, sondern Sandwiches für seine Familie, mit der er sich am See verabredet haben musste. Sie saßen so friedlich da und mir kamen zum ersten Mal ernsthafte Zweifel an meiner Theorie. Der Mann würde sich doch nicht mit seiner Familie zum Picknick treffen, wenn hier alles verseucht wäre. Oder wusste er nichts davon und war er ein ebenso unwissendes Opfer, wie mein Großvater? Ich ging wieder zurück zu meinem Jeep, um Tom zu besuchen. Es war nur ein kurzer Abstecher und die Krankenschwester erklärte mir, dass er noch ein paar Nächte bleiben müsste. Die folgenden Tage nutzte ich wieder für die Observation des Firmengeländes, allerdings ohne neue Erkenntnisse oder weitere Spuren.

Teil zwölf

Endlich kam der Tag der Veränderungen mit sich bringen würde. Ich konnte Tom abholen, doch davor telefonierte ich mit dem Biologen. Er hatte die Proben am Tag zuvor bekommen und bereits analysieren können. Es stellte sich heraus, dass das Wasser an sich sauber sei, jedoch einen erhöhten Wert eines Gases enthielt, welches natürlicher Herkunft sei. Er nahm an, dass sich am Grund des Sees eine Austrittsspalte gebildet hatte. Seine Empfehlung war, dass man sich nicht übermäßig lang in der direkten Umgebung aufhalten sollte, aber wirklich schädlich sei es nicht. Er riet mir, die Stelle am See direkt untersuchen zu lassen, nur um sicher zu gehen. Ich notierte mir die relevanten Informationen, um sie Toms Arzt zu bringen, aber alles in allem hatte der alte Mann sich seine Krankheit selbst zu verdanken.

Dem Arzt erklärte ich meine Daten mit der Begründung, dass es eine Art Hobby von mir sei, Wasserqualität testen zu lassen. Vermutlich hielt er mich deswegen für schräg, aber ich hatte das innere Bedürfnis zu erklären, warum ich Proben genommen, sie aber nicht an ihn weitergegeben hatte. Während wir darüber sprachen, kam Tom ins Zimmer und bekam mit, dass ich Proben gesammelt und sie weggeschickt hatte. Er sah mich skeptisch an und wechselte dann kein weiteres Wort mehr mit mir. Er besprach mit dem Arzt das weitere Vorgehen und danach gingen wir zum Jeep und fuhren zurück zum See.

Ich versuchte ihm während der Fahrt zu erklären, warum ich das getan hatte. Toms Schweigen veranlasste mich dazu, die letzten Tage komplett zu erklären und nachdem ich eine Weile nichts mehr gesagt hatte, platzte ein lautes Lachen aus ihm hervor: „So eine Geschichte hätte deiner Mutter gefallen. Schon lange habe ich mich nicht mehr so lebendig gefühlt, Junge. Oh und der Bulle kann dich übrigens nicht leiden, weil ich seiner Frau mal zu tief in die Augen geschaut habe“, sagte Tom zu mir und wischte sich ein paar Freudentränen aus den Augen. Nach einer kurzen Weile setzte er nach: „Ich wünschte, deine Mutter wäre damals nach dem Streit mit deinem Vater nicht zu uns gefahren. Sie hatte angerufen und gefragt, ob sie vorbeikommen dürfte. Bei dem Wetter und in ihrer Verfassung hätte sie niemals fahren dürfen.“ Er hatte Schuldgefühle. All die Jahre und deswegen war er damals gegangen. Ich sah zu ihm rüber, lächelte ihn an und knüpfte, um ihm die Last zu nehmen, an dem Part an, der ihrem Tränen der Freude in die Augen getrieben hatte: „Ja, die Geschichte hätte Mutter gefallen.“

 

Ende

Der alte Mann (Teil zwölf)

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Endlich kam der Tag der Veränderungen mit sich bringen würde. Ich konnte Tom abholen, doch davor telefonierte ich mit dem Biologen. Er hatte die Proben am Tag zuvor bekommen und bereits analysieren können. Es stellte sich heraus, dass das Wasser an sich sauber sei, jedoch einen erhöhten Wert eines Gases enthielt, welches natürlicher Herkunft sei. Er nahm an, dass sich am Grund des Sees eine Austrittsspalte gebildet hatte. Seine Empfehlung war, dass man sich nicht übermäßig lang in der direkten Umgebung aufhalten sollte, aber wirklich schädlich sei es nicht. Er riet mir, die Stelle am See direkt untersuchen zu lassen, nur um sicher zu gehen. Ich notierte mir die relevanten Informationen, um sie Toms Arzt zu bringen, aber alles in allem hatte der alte Mann sich seine Krankheit selbst zu verdanken.

Dem Arzt erklärte ich meine Daten mit der Begründung, dass es eine Art Hobby von mir sei, Wasserqualität testen zu lassen. Vermutlich hielt er mich deswegen für schräg, aber ich hatte das innere Bedürfnis zu erklären, warum ich Proben genommen, sie aber nicht an ihn weitergegeben hatte. Während wir darüber sprachen, kam Tom ins Zimmer und bekam mit, dass ich Proben gesammelt und sie weggeschickt hatte. Er sah mich skeptisch an und wechselte dann kein weiteres Wort mehr mit mir. Er besprach mit dem Arzt das weitere Vorgehen und danach gingen wir zum Jeep und fuhren zurück zum See.

Ich versuchte ihm während der Fahrt zu erklären, warum ich das getan hatte. Toms Schweigen veranlasste mich dazu, die letzten Tage komplett zu erklären und nachdem ich eine Weile nichts mehr gesagt hatte, platzte ein lautes Lachen aus ihm hervor: „So eine Geschichte hätte deiner Mutter gefallen. Schon lange habe ich mich nicht mehr so lebendig gefühlt, Junge. Oh und der Bulle kann dich übrigens nicht leiden, weil ich seiner Frau mal zu tief in die Augen geschaut habe“, sagte Tom zu mir und wischte sich ein paar Freudentränen aus den Augen. Nach einer kurzen Weile setzte er nach: „Ich wünschte, deine Mutter wäre damals nach dem Streit mit deinem Vater nicht zu uns gefahren. Sie hatte angerufen und gefragt, ob sie vorbeikommen dürfte. Bei dem Wetter und in ihrer Verfassung hätte sie niemals fahren dürfen.“ Er hatte Schuldgefühle. All die Jahre und deswegen war er damals gegangen. Ich sah zu ihm rüber, lächelte ihn an und knüpfte, um ihm die Last zu nehmen, an dem Part an, der ihrem Tränen der Freude in die Augen getrieben hatte: „Ja, die Geschichte hätte Mutter gefallen.“

Ende

Der alte Mann (Teil elf)

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Ein gutes Gefühl, wenn man aufwacht und feststellt, dass man nur träumte. Ich machte mich fertig und ging wieder hinaus an den See. Ich suchte die Stelle mit den toten Bäumen großflächig ab und stieß auf einen Trampelpfad, dem ich folgte. Er führte mich zu einem Feldweg, auf dem hin und wieder Autos fuhren. Nur so erklärte sich die zwei grasfreien Streifen.

Ich kramte den Zettel mit der Adresse der Entsorgungsfirma heraus, die mir mein Bekannter gegeben hatte und fuhr hin. Das Gelände ließ sich gut beobachten. Es verließen nur wenige Autos das Gelände, aber am Nachmittag erregte ein Typ in Straßenkleidung meine Aufmerksamkeit. Er hatte eine blaue Box dabei, die er in sein Auto stellte. Ich folgte ihm mit einigem Abstand in meinem Jeep. Mein Herz raste vor Aufregung bei dieser Verfolgungsfahrt und gerade in dieser einsamen Gegend würde ich ihm früher oder später auffallen, ganz besonders, da er etwas Illegales vorhatte. Dennoch folgte ich meinem Plan und somit auch dem Typen. Er fuhr tatsächlich zum See, allerdings nicht zu der Stelle, wo ich die toten Bäume entdeckt hatte. Ich stellte mein Auto frühzeitig ab und folgte dem einzigen Weg, den es hier noch gab zu Fuß. Es passte aber, dass der Kerl den hochgiftigen Müll nicht nur an einer Stelle entsorgte.

Nach einem Kilometer fand ich sein Auto und folgte vorsichtig dem Weg zum See. Ich hielt mich im Gebüsch versteckt. Dann sah ich ihn am Ufer. Neben ihm stand die geöffnete Box, aus der er kleine Pakete herausholte und neben sich legte. Ich war vollkommen überrascht, denn keinen Abfall kramte er hervor, sondern Sandwiches für seine Familie, mit der er sich am See verabredet haben musste. Sie saßen so friedlich da und mir kamen zum ersten Mal ernsthafte Zweifel an meiner Theorie. Der Mann würde sich doch nicht mit seiner Familie zum Picknick treffen, wenn hier alles verseucht wäre. Oder wusste er nichts davon und war er ein ebenso unwissendes Opfer, wie mein Großvater? Ich ging wieder zurück zu meinem Jeep, um Tom zu besuchen. Es war nur ein kurzer Abstecher und die Krankenschwester erklärte mir, dass er noch ein paar Nächte bleiben müsste. Die folgenden Tage nutzte ich wieder für die Observation des Firmengeländes, allerdings ohne neue Erkenntnisse oder weitere Spuren.

Der alte Mann (Teil zehn)

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Eine Lungenentzündung war es also. Nur der Grund dafür müsste sich noch finden. Aber da hatte ich ja bereits meine Theorie. Ich verabschiedete mich von Tom und machte mich zum See auf. Ich musste den Tag nutzen, um jene Stelle am Ufer abzusuchen. In der Hütte packte ich meinen Rucksack und nahm ein paar Plastiktaschen für mögliche Funde mit. Auch meine Kamera packte ich ein. Es hatte etwas von meiner Kindheit, als ich mit meinem besten Freund allerlei Detektivfälle löste.

Wir gingen einmal in eine verlassene Feuerwehrstation und schlichen durch die dunklen Räume. Bei jedem Schritt hörte man das Knistern und Knacken von irgendwelchem Dreck. Mein Freund fing damals an, Flaschen kaputt zu werfen, bis uns plötzlich jemand anschrie. Vermutlich war es ein Obdachloser, der in der Station schlafen wollte. Wir hatten zumindest die Hosen gestrichen voll und rannten, als würde es um unser Leben gehen. Draußen sprangen wir auf unsere Räder und wenn ich mich recht entsinne, waren die nicht einmal angeschlossen. Sein Fahrrad unabgeschlossen stehen lassen und es dort wieder vorfinden, wo es stehengelassen wurde. Das gibt es heut gar nicht mehr.

Der Weg zu der Stelle am See war nicht so weit, dennoch wurde es bereits wieder dunkler. Ich hatte mir eine Taschenlampe mitgenommen, aber was genau ich damit erkennen wollte, war mir selbst nicht klar. Ein wenig enttäuscht, machte ich mich wieder zurück zur Hütte. Die letzte Nacht und der Tag hatte so seine Spuren hinterlassen und von einem guten Abendbrot abgesehen, freute ich mich nur noch auf die durchgelegene Couch. Sie erschien mir wie ein paar luftige Wolken, in die ich mich legen würde.

Selten erinnert man sich an seine Träume, außer sie sind wirr. Vermutlich erinnere ich mich gerade an den, aus jener Nacht. Ich stand allein in dem kleinen Städtchen und rief Tom, doch er antwortete nicht. Ich lief in jeden Laden und jede Bar hinein, aber es war niemand zu finden. Dann vernahm ich das röchelnde Husten meines Großvaters. Ich folgte dem Geräusch, rannte um eine Ecke und direkt in die stählerne Brust des Polizeichefs. Ich fiel dabei zu Boden und er sah auf mich herab. Ich stand auf, blickte neben ihn und da war die Verkäuferin. Sie hielt mir eine 2-Liter-Isolierflasche hin und lachte mich aus. In meiner Panik rannte ich in die Gegenrichtung und hörte das Husten, welches immer lauter wurde. Und mit jedem Husten färbte sich mein Blick einen Stich rötlicher. Bis ich auf Tom traf, der mir seine blutigen Hände entgegenstreckte.

Der alte Mann (Teil neun)

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Ein Entsorgungsunternehmen war in der Stadt gemeldet. Es wäre nicht das erste Mal, dass man hochgiftige Stoffe günstig entsorgt und gleichzeitig Unsummen einstreicht. Ich ließ mir die Adresse geben und dankte meinem Bekannten. An der Stelle war nun alles getan und einen Verdacht hatte ich, dem ich nachgehen konnte. In der Post besorgte ich mir einen großen Karton und packte die Isoflaschen hinein. Ein paar Tage würde es brauchen, bis ich an der Stelle weitere Informationen erhalten würde.

Auf dem Weg zum Arzt, begegnete ich wieder dem Chef der örtlichen Polizei. Er trug eine Sonnenbrille und baute sich vor mir auf. Ich ignorierte sein Gehabe und grüßte ihn mit einem überfreundlichen Hallo. „Du bist ja schon wieder hier“, stellte der Kerl fest und ließ mich spüren, dass ich hier nicht willkommen war. Ich reagierte gespielt naiv: „Ja, ist doch ein wunderschönes Städtchen.“ Wieder blickte ich in ein regloses Gesicht: „Sag doch, dass du den Alten zum Arzt gebracht hast“, fuhr er mich an. Ich nickte nur, denn egal was ich sagen würde, es würde nicht richtig sein. Keine Ahnung, ob man solch ein Verhalten in der Polizeischule lernt oder ob sich die Leute das aus schlechten Filmen zogen. Mich brachte es nicht dazu, zu kooperieren, es erhöhte hingegen meine Abneigung gegen die Institution an sich.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich eines Nachts angehalten wurde und man mir zum Vorwurf machte, dass ich zu wach sei. Als wäre es besser, beim Fahren einzuschlafen. Ich hätte ja sicherlich Drogen genommen. Das verneinte ich, also wurde im Auto noch ein wenig nach dem Dreieck und dem Verbandskasten gesucht, bis man mir mitteilte, dass mein linkes Rücklicht nicht funktionierte. Zum Glück erinnere ich mich eher an jene Ereignisse, bei denen ich gut mit der Polizei auskam, aber ich kann die Abneigung mancher Leute schon nachempfinden, wenn sie auf solche Idioten, wie diesen örtlichen Polizeichef treffen.

Ich grinste den Kerl kurz an und verabschiedete mich dann von ihm. Mir lief es ein wenig den Rücken runter, denn ich rechnete mit einer Reaktion seinerseits, aber die blieb aus. Ich wollte nur noch schnell wieder zum Arzt und erfahren, ob meinem Großvater geholfen werden konnte. Die Krankenschwester teilte mir mit, dass man ihn über Nacht auf jeden Fall noch hier lassen müsste, womöglich sogar ein paar Tage länger. Ich suchte Tom in seinem Zimmer auf und fragte ihn, was der Arzt zu ihm gesagt hätte.

Der alte Mann (Teil acht)

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Tom blickte mich an. Er holte Luft, doch statt etwas zu sagen, hustete er aufs Wildeste los. Er hielt sich die Hand vor den Mund. Als er sie wieder vom Mund nahm, klebte Blut an ihr, welches er mit ausgehustet hatte. Ich stand sofort auf, da hielt Tom seine Hände schon abwehrend vor sich. Bis ich ihm erklärte, dass ich ihm nur zum Waschbecken helfen wollte. Ich weiß nicht, ob es richtig oder falsch ist, in solch einer Situation zu husten, aber es musste raus, das war doch nur natürlich.

Während er über dem Waschbecken hing, öffnete ich den Schrank darüber, in der Hoffnung, irgendein Medikament zu entdecken, das seine Beschwerden lindern könnte. Ich fand nichts außer Handtüchern und etwas Hartem, das unter ihnen lag. Ich zog es hervor und sah ein Foto mit einer Frau, die meine Mutter hätte sein können. Aber meine Mutter war wohl eher das kleine Mädchen zwischen jener Frau und ihrem Mann. Ich legte das Bild zurück, half Tom beim Reinigen seines Gesichts und überredete ihn dann, mit mir in die Stadt zum Arzt zu fahren. Der Griff nach meinem Rucksack war eher automatisch – in der Situation absolut notwendig – um die Proben mitzunehmen.

Tom schwieg die Fahrt über. Er versuchte mich mehrfach davon zu überzeugen, doch wieder umzukehren, aber den Gefallen tat ich ihm nicht. Er sah es als meinen Egoismus, nicht vollkommen ohne Familie dastehen zu müssen, dabei war er doch egoistisch, dass er langsam sterben wollte, nur konnte ich ihm das nicht sagen. Ich fuhr entspannt, denn es war kein Notfall. Tom ergab sich irgendwann seinem Schicksal und schien die Fahrt sogar genießen zu können.

Die Zeit im Wartezimmer kam mir endlos vor. Tausendmal plante ich, wie ich die Proben einpacken und wegschicken würde. Ich überlegte, ob es nicht sinnvoll war, sie dem Arzt zu geben, aber das war hier nicht gerade ein gut ausgestattetes Krankenhaus mit Labor. Vermutlich würde der Arzt Toms Brust abhören und ihm irgendwelche Tabletten verschreiben, die ich ihm später unters Essen mischen musste. Als er aufgerufen wurde, trennten wir uns. Ich ging zuerst zum Telefon und ließ mir die ansässigen Firmen durchgeben. Da waren schon welche dabei, die mit Chemikalien arbeiten müssten, aber es klang alles nicht so passend. Mein Bekannter wollte wohl absichtlich zeigen, wie viel er herausgefunden hatte, denn die einzig auffällige Firma nannte er mir als letztes und tatsächlich lag für jeden von uns dort die höchste Wahrscheinlichkeit, den Verdächtigen gefunden zu haben.

Der alte Mann (Teil sieben)

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Am nächsten Morgen wurde ich von Toms Husten geweckt. Er lag noch immer auf der Couch und hatte sich kaum bewegt. Ich selbst hatte mir ebenfalls keine gute Schlafposition ausgesucht. Mir schmerzten die Knochen und ein wenig unterkühlt hatte ich mich auch. Dagegen half nur Aufstehen. Ich ging vor die Tür und überlegte, ob ich in dem See schwimmen sollte. Ich hatte bei meiner Ankunft schon Fisch aus dem See gegessen, also würden ein paar Züge durchs kühle Nass nun auch nicht mehr viel ausmachen. Es ist ein merkwürdiges Gefühl so im kalten Wasser, als bekäme ich weniger Luft. Zumindest ist es so bei mir, aber das war schon immer so. Vielleicht ist es auch nur ein Überbleibsel aus meiner langen Angst vorm Wasser. Ich vergaß den Gedanken und schwamm einige Züge hinaus, dann drehte ich mich auf den Rücken und sah in den blauen Himmel. Ja, so konnte man wirklich leben. Der Weg zurück kannte nur einen Gedanken: Die warme Dusche.

Tom lag noch immer auf der Couch und hustete vor sich hin. Ich schlug ihm vor, dass ich schnell duschen würde und dann gäbe es warmen Tee, Rühreier und Brot dazu. Von ihm kam keine Reaktion, aber die hatte ich auch nicht erwartet. Vermutlich hatte ihm der Regen stark zugesetzt, das Frühstück würde ihn schon wieder etwas beleben. Es war schnell gemacht und ich stellte ein Tischchen vor die Couch und darauf die kleinen Mahlzeiten. Tom blieb liegen und nahm umständlich einen Schluck aus dem Becher. „Danke, Junge“, entfuhr es ihm. Das zu hören tat gut.

Ich aß weiter mein Rührei und lauschte dabei der Stille. Ich kann nicht sagen, dass sie mich stören würde, aber beim Frühstück zu zweit, da ist sie schon auffällig. Ich war nie der Morgenmensch und daher kenne ich diese Momente nur zu gut. Deswegen lief dann immer Musik im Hintergrund. Aber hier passte sie nicht her. Stattdessen raschelte der Wald leise. So ein drückendes Schweigen führt dann durchaus dazu, dass man plötzlich das sagt, was einem durch den Kopf geht. Und so entfuhr es mir: „Vater war allein im Büro und am nächsten Morgen fand ihn seine Sekretärin. Er hatte einen Herzinfarkt.“

Der alte Mann (Teil sechs)

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Das Telefonat war ernüchternd. Keine Fabrik. Zumindest nicht am See. Und auch die Luftaufnahmen um den Teich ließen nichts vermuten. Mein Bekannter sicherte mir zu, etwas über Fabriken in der Nähe der Stadt herauszufinden, allerdings erst morgen.

Ich machte mich auf den Heimweg, denn ich wollte noch um den See wandern und die Proben sammeln. An der Hütte angekommen, traf ich Tom nicht an. Er hatte keine Notiz hinterlassen und sein Boot war am Steg festgemacht. Das gab mir die Möglichkeit, meinen Rucksack mit den Isolierflaschen zu füllen und mir noch etwas Proviant mitzunehmen. Ich musste mich ranhalten, denn so viele Stunden würde es nicht mehr hell sein. Zu meinem Glück begann es zu regnen, als ich die Tür hinter mir schloss. Das lag bereits den ganzen Tag in der Luft, also überraschte es mich nicht, es ließ aber Zweifel in mir aufkommen, ob ich meine Proben nehmen konnte. Das Regenwasser würde die obere Schicht des Sees mit frischem Wasser füllen. Dennoch blieb ich bei meinem Plan und machte mich auf den Weg.

Ich mag das Wandern auch bei Regen. Wenn man die richtigen Sachen dabei hat, dann gibt es wohl kaum einen Moment, an dem man sich mehr mit der Natur verbunden fühlt. Der lehmige Boden klebt an den Schuhen und der Geruch des Waldes und des Regens liegt in der Nase. Ja, selbst die Kühle und die Nässe des Regens zeigt einem die Lebhaftigkeit der Natur. Vermutlich lässt sich das als Mensch aus der Stadt, der die Natur nur noch von den Pflanzen im Topf her kennt, genießen. Wer hier lebt, dem fällt es womöglich gar nicht so sehr auf, aber für mich ist es eine Expedition der Sinne.

Ich kam zu der Stelle, wo ich am Morgen umgekehrt war und folgte dem Ufer noch ein wenig. Zu sehen war nichts, außer den abgestorbenen Bäumen, die sich häuften. Ich nahm die letzte Probe und markierte die Flasche. Ein wenig ambivalent kam ich mir vor, denn ich hoffte, dass sich in einer der Proben etwas finden lassen würde und gleichzeitig wünschte ich es mir nicht.

In der Hütte brannte Licht und ich freute mich schon auf ein wärmendes Feuer und eine Suppe. Als ich die Tür öffnete, roch es jedoch nicht nach Essen. Tom lag auf der Couch, er röchelte leise im Schlaf. Ich entledigte mich der nassen Kleidung, warf mir eine Decke um und setzte mich vor den warmen Kamin, bis mir die Augen zufielen.

Der alte Mann (Teil fünf)

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Als erstes ging ich einkaufen. Meine Vorstellung von sterilen Gefäßen erschöpfe sich mit ein paar Miniisolierflaschen. Keine Ahnung, wer sonst so eine Flasche mit einem halben Liter Volumen überhaupt kauft, für mich waren sie recht praktisch. Ich nahm vier davon mit. Die restlichen Einkäufe erledigte ich im Anschluss. Wenn mich die Verkäuferin nicht vorhin schon merkwürdig angesehen hätte, dann gab ich ihr jetzt einen guten Grund. Sie meinte, es gäbe auch eine 2 Liter Iso-Flasche. Ich nickte nur zustimmend und lächelte. Vermutlich hielt sie mich jetzt für einen Idioten und in zwei Stunden würde die ganze Stadt wissen, was ich gerade gekauft hatte.

Beim Einladen in den Jeep, traf ich den örtlichen Polizeichef. Er sah sich meinen Wagen an und musterte mich, als ich auf ihn zukam. Ich grüßte ihn recht freundlich und überlegte kurz, ob ich ihn bezüglich einer Fabrik in der Nähe des Sees befragen könnte. Sein recht kalter Blick und zu viele Filme aus den 80ern hielten mich davon ab. Er fragte mich, was mich in die Gegend verschlagen hätte und ich erklärte ihm, dass ich meinen Großvater Tom am großen See besuchte. Der Kerl blieb regungslos. „Wie lang wollen Sie denn hier bleiben?“, fragte er mich und ich schätzte eine Woche. Solche Gespräche haben nur einen Grund: man will Fremde beeindrucken und ihnen klarmachen, dass hier jemand wacht. Smalltalk ist das nicht. Ich versuchte die Stimmung ein wenig zu heben, indem ich ihn fragte, ob er mir denn eine Gaststätte empfehlen könnte. Er nickte nur in Richtung des Hauses gegenüber, direkt neben dem Laden, in dem ich eben einkaufen war. Ich verabschiedete mich und ging hinüber.

Ein Steak mit Röstkartoffeln und einen Salat bestellte ich mir bei der Kellnerin, welche ihre Bluse einige Knöpfe zu weit offen trug. Es würde ihr kein Extratrinkgeld bescheren, aber zumindest war sie angenehm freundlich. Während ich wartete, fragte ich mich, warum ich nicht in einem Haus am See lebte. Mit den Leuten hier in der Stadt müsste ich nicht auskommen, nur die Einsamkeit dürfte mich nicht erschlagen, aber irgendwie hatte Tom das auch geschafft. Nach dem Essen orderte ich noch eine Tasse Kaffee um die Zeit totzuschlagen. Er schmeckte grässlich, was mich ihn eher runterstürzen ließ und letztendlich ging ich bereits nach anderthalb Stunden wieder zum Telefon und rief meinen Bekannten an, um zu erfahren, ob er schon etwas zu einer Fabrik am See herausgefunden hatte.

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